
Genossenschaftsgedanke
In vielen Publikationen, die Wohnungsgenossenschaften zum Thema haben, taucht immer wieder der Begriff „genossenschaftliches Leben“ auf. Aber was heißt eigentlich genossenschaftlich leben? Und gab und gibt es genossenschaftliches Leben in der Ludwigsfelder Wohnungsgenossenschaft (früher AWG „Solidarität“)?
Zunächst einmal zum Begriff „genossenschaftliches Leben“.
Im Allgemeinen wird damit das besondere Miteinander gemeint, das zwischen
Genossenschaftern auf Grund der speziellen Struktur der Genossenschaft entsteht.
Dieses Miteinander ist geprägt von Solidarität, Hilfsbereitschaft,
Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein.
Die Genossenschaftsmitglieder sind ja nicht nur Nutzer der von ihnen bewohnten
Häuser,
sondern auch deren Eigentümer. In der frühen Phase der Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften
waren die Mitglieder sogar die Miterbauer ihrer eigenen Häuser. Und
die gemeinsame Arbeit auf der Baustelle schweißte die zukünftigen
Hausgemeinschaften auch menschlich zusammen.
So war es auch bei der AWG „Solidarität“. Später fanden
die Mitglieder der AWG „Solidarität“ vor allem bei der
Gartenarbeit zur Verschönerung der Außenanlagen um die Genossenschaftshäuser
zueinander. Gemeinsam wurden Geburtstage, Haus- und Kinderfeste gefeiert.
Man half sich bei der Betreuung der Kinder, alltäglichen Besorgungen
oder goss beim Nachbarn in der Urlaubszeit die Blumen. In vielen Hausaufgängen
entwickelte sich so ein freundschaftliches Miteinander, dass von Hilfsbereitschaft
und gegenseitiger Rücksichtnahme geprägt war. Mancherorts hat
sich dieses vertrauensvolle Verhältnis zwischen den Hausbewohnern bis
zum heutigen Tag erhalten. Nach der Wende wurden die Mieterfeste zum beliebten
Treffpunkt der Genossenschaftsmitglieder, bei denen man ehemaligen Nachbarn
und Kollegen begegnete, plauschte oder Erinnerungen austauschte.














